Bremsen vorne öffnen nicht richtig

      Bremsen vorne öffnen nicht richtig

      Hallo zusammen,

      ich habe folgendes Problem:
      Die Bremsbeläge meiner Dicken waren fällig. Ich bin folgendermassen vorgegangen:
      1. Bremssattel in Fahrtrichtung links abgebaut und die alten Beläge entfernt;
      2. Die Kolben etwas mehr als 1 cm ausgefahren und penibel gereinigt;
      3. 1 Tropfen DOT4 auf jeden Kolben gegeben und wieder eingedrückt, mit relativ wenig Kraftaufwand;
      4. Alles mit Bremsenreiniger von Ölresten befreit;
      5. Neue Bremsbeläge von TRW (Sinter), an denen ich die Seiten mit Schmirgelleinen leicht angeschliffen habe, eingebaut;
      6. Bremse wieder eingebaut und mit Drehmomentschlüssel die Schrauben angezogen;
      7. Die Punkte 1 - 6 mit dem rechten Bremssattel durchgeführt;
      8. Bremsflüssigkeit ausgetauscht, erst links 3 volle Behälter, dann rechts 3 volle Behälter;
      9. Beide Bremssättel nocheinmal mit Bremsenreiniger bearbeitet;
      10. Das Gleiche mit der Hinterradbremse durchgeführt.
      Nun habe ich das Problem, dass die Bremsen vorne leicht an den Scheiben schleifen und Diese heiss werden.
      Ich bin nun ca. 100km gefahren und das Vorderrad läuft immer noch nicht so leicht wie das Hinterrad, dessen Scheibe auch nicht heiss wird.
      Da ich am Freitag mehr als 500km Strecke vor mir habe - am Sonntag wieder zurück, bin ich verunsichert, ob ich so überhaupt fahren kann.
      Was habe ich nun falsch gemacht, wo könnte der Fehler liegen.
      Mein "Freundlicher" meinte, der Widerstand, wenn das Vorderrad von Hand gedreht wird, wäre grenzwertig und es würde an den "fremden" Belägen liegen, da sich die Kolben ohne Probleme haben eindrücken lassen.
      Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, danke vorab.
      Gruss Robert
      ... und immer eine Hand voll Luft unterm Ellenbogen!
      Tach Robert,

      ich beantworte Dir mal die Frage, in der Hoffnung das ich auf Meine an Dich auch eine Antwort erhalte.
      Warum legt man selbst Hand an sicherheitsrelevante Technik, wenn es doch Werkstätten gibt die das können.

      Mal vorausgesetzt das das alles so stimmt wie Du es geschildert hast, gehe ich einfach mal davon aus das Du die Bremszangen ausrichten musst. Denn Bremszangen zieht man nicht vor dem Ausrichten mit Drehmoment an.

      Damit sollte Dein "Freundlicher" was anfangen können.

      Und sag mal, warst Du nicht Der, der mit einem GTR-Watch Face für die Gear S3 kommen wollte?
      Ist was draus geworden?

      Und einen Play Store brauchts nicht.

      Und dann sage ich Dir auch wie man die Sättel ausrichtet. :D
      Und immer ne Hand voll Strasse unter den Pneus :thumbup:
      Es grüßt nett und nie bierernst der Ralf :D :freunde:

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      Moin Ralf,

      danke für Deine Antwort.
      Selbstverständlich bekommst Du auch eine Antwort auf Deine Fragen.

      1. Ich habe bei allen meinen Mopeds die Bremsbeläge und-Flüssigkeit selbst gewechselt, war bis jetzt auch nie ein Hexenwerk.
      2. Die Bremszangen sind mit 2 Schrauben befestigt, die eigentlich kein Spiel für eine Ausrichtung lassen. Auch habe ich im Werkstatthandbuch darüber nichts gelesen.
      3. Ich habe heute, auf dem Weg zur Arbeit (ca. 25km), die Dicke mal ein wenig schärfer ran genommen und kurz vor dem Ziel viel und heftig gebremst. Sofort nach dem Abstellen habe ich die Temperatur von Bremszangen und Scheiben per IR gemessen. Scheiben = 45°, Backen = 40°, Beläge an der Befestigung = 51°. Wenn ich nun mal die Emissionswerte bei IR-Messungen aussen vor lasse und ca. 10° mit dazurechne, sollte ich von der Wärmeentwicklung her immer noch im sicheren Bereich sein. Trotzdem würde es mich interessieren, was es da auszurichten gibt.
      3. GTR-Watch-Face habe ich auf Eis gelegt, da ich anscheinend nicht fähig bin, das Zifferblatt für alle zur Verfügung zu stellen. Wenn Du den Designer hast, überlasse ich Dir gerne die Datei der GTR-Watch-Face.

      Gruss Robert
      ... und immer eine Hand voll Luft unterm Ellenbogen!

      RobertGTR1400 wrote:

      was es da auszurichten gibt.


      Tach Robert,

      das ist auch heute kein Hexenwerk.
      Bei der Ausrichtung der vorderen Bremssättel geht es eigentlich darum das alle 4 Bremskolben, eines Sattels natürlich, auch relativ gleiche Wege unter Druck zurücklegen.

      Gegendruck der Kolben sind die Beläge. Solange die jeweilige Bremszange nicht festgeschraubt ist, kann ich die Zangen axial bewegen. Vielleicht meinst Du das mit Spiel. Spiel sollte es nach festziehen natürlich nirgends mehr geben.

      Zwischen der 10mm Schrauben und den Flanschlöchern des Sattels gibt es ein gewolltes Spiel von ca. 0,5mm.

      Hört sich nicht viel an, ist es aber.
      Vor allem wenn man den Sattel ausbaut, wieder einbaut, nicht über die Ausrichtung nachdenkt und den Sattel einfach wieder anzieht. Damit ist garantiert das die Beläge entweder leicht schief an die Scheibe gepresst werden oder die jeweils zwei gegenüberliegenden Kolben unterschiedliche Wege zur Scheibe machen.

      Eins ist klar. Dir Beläge werden sich einschleifen. Aber spätestens wenn Du wieder Die Beläge wechselst, oder Du die Leitungen entlüftest, hast Du immer die gleichen Probleme.

      Im Übrigen kommen Geräusche wie Dauerquitschen nahezu auschließlich von falsch oder gar nicht ausgerichteten Bremssätteln. Neben dem Vergessen das man an richtigen Stelle der Beläge die Kanten brechen sollte. Und das man auch ein ganz klein wenig hitzebeständige spezielle Fette auf die Rückseite des Belages aufbringt, um die Frequenzen/Schwingungen dieser verkanteten Reibung zwischen Belagsrücken und Kolben erst gar nicht entstehen zu lassen.

      Bevor ich nun die leichte Prozedur der Ausrichtung beschreibe, noch ein letztes Wort zu schief eingebauten Belägen. Das begünstigt nicht nur Dein beschriebenes Phänomen, sondern begünstigt nie dagewesenes Dauerquietschen.

      Händisch die beiden Bremssattelschrauben mit dem 6mm Inbus eindrehen und wieder ca. eine halbe Umdrehung lösen.

      Wenn Du alleine bist, mit zwei Kabelbindern die Vorderradbremse feststellen. Es geht bitte nicht um Kraft, sondern nur darum das die Sättel über die Bremskolben gleichermaßen an der Bremsscheibe gemittelt werden. Somit ist dann auch ein vollflächiges Aufliegen der vollen Belagsfläche auf der Bremsscheibe gewährleitet.

      In diesem Zustand kannst Du jetzt die Schrauben mit Drehmoment festziehen. Und anschließend
      die Kabelbinder wieder entfernen.

      Damit solltest Du dann den gleichen konfliktfreien Zustand haben, wie vorher.

      Und ganz grundsätzlich drückt man auch die Kolben vor dem Entlüften oder auch bevor fuschneue Bremsbeläge eingesetzt werden, ganz in den Sattel. Das hilft nicht nur bei der einen oder anderen problematischen Entlüftung, die es auch schon mal gibt, sondern hilft der Prozedur der Sattelausrichtung ungemein. Bei neuen Belägen ist mit dem Ausrichten garantiert das sich die Beläge schön und gleichmäßig abnutzen.


      Zwei Worte noch zur Hinterradbremse. Die müssen wir nicht axial mitteln, weil der hintere Bremssattel schon axial verschraubt wird.

      So, dann habe ich mir wohl die Datei verdient. Hoffe ich zumindest.
      Schick mir die Datei per Email zu. Designer habe ich.

      Eins möchte ich dann doch noch als Warung hinzufügen:
      Die Bremskolben werden bitte "NIENICHT", ohne das Flüssigkeitsniveau im Voratsbehälter zu beobachten, in den Sattel gedrückt.
      Die Flüssigkeitsstandbeobachtung macht man natürlich nur bei abgeschraubten Deckel.
      Also Finge davon, wenn man nicht wirklich weiß was man da tut.

      Und immer ne Hand voll Strasse unter den Pneus :thumbup:
      Es grüßt nett und nie bierernst der Ralf :D :freunde:

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      Hallo Ralf,

      dann habe ich sie ja "ausgerichtet" ;)
      Trotzdem vielen Dank.
      Das Rad lief heute Abend leichter als gestern. Vielleicht brauchen die TRW's etwas länger, bis sie sich angepasst haben.

      Die Datei hat 7,2MB - 3 sind nur erlaubt....

      Ich könnte sie Dir per Email zusenden....

      Gruss Robert
      ... und immer eine Hand voll Luft unterm Ellenbogen!